
Stand August 2026 sollte eine Straßenwalze zuerst nach Material und Verdichtungsvorgabe und erst danach nach Maschinengewicht ausgewählt werden. Bodenart, Schichtdicke, Feuchte oder Asphalttemperatur, Bandagentyp, Vibrationseinstellungen, Arbeitsgeschwindigkeit und geforderte Feldprüfung beeinflussen das Ergebnis. Eine schwerere Walze ist nicht automatisch die richtige.
Was wurde in diesem Leitfaden ergänzt?
- Ausgangspunkt sind Material und Abnahmeprüfung statt Maschinengröße.
- Frequenz, Amplitude und Erregerkraft werden als getrennte Größen erklärt.
- Die Auswahl wird zu einer Angebots-Checkliste für kleine und mittlere Walzen.
Welcher Walzentyp passt zum Material?
Die FHWA nennt Vibrationswalzen als erste Wahl für saubere Sande, saubere Kiese und mehrere Sand-Kies-Gruppen. Für plastische Böden werden Schaffuß- oder Stampffußwalzen zuerst genannt; bei schluffigen oder gering plastischen Böden ist die Feuchtekontrolle häufig entscheidend.
Für Asphalt sind glatte Stahlbandagen üblich, doch das Walzschema muss zu Mischguttemperatur, Schichtdicke, Reaktion des Mischguts und Projektvorgabe passen. Eine Einstellung für ungebundene Tragschicht darf nicht unverändert auf eine dünne Asphaltdecke übertragen werden.
| Material oder Aufgabe | Ausgangslogik | Vor Kauf bestätigen |
|---|---|---|
| Sauberer Sand oder Kies | Vibrierende Glattbandage | Schichtdicke, Feuchte, Amplitude und Dichteprüfung |
| Plastischer bindiger Boden | Stampffuß/Schaffuß oder freigegebene Alternative | Bodenklassifikation und Feuchtefenster |
| Asphaltreparatur oder schmale Spur | Glattbandage, statisch/vibrierend nach Vorgabe | Dicke, Temperatur, Bandagenbreite und Berieselung |
| Endübergang oder vibrationssensible Zone | Gegebenenfalls statischer Betrieb | Vibrationsgrenzen und Oberflächenqualität |
| Gemischte oder unbekannte Auffüllung | Probefeld vor endgültiger Auswahl | Klassifikation und Abnahmekriterien |

Was bedeuten Frequenz, Amplitude und Erregerkraft?
Frequenz ist die Zahl der Schwingungen pro Sekunde oder Minute. Amplitude ist die vertikale Bewegung der Bandage. Erreger- oder Zentrifugalkraft beschreibt die vom Vibrationssystem erzeugte Kraft. Diese Größen wirken mit Betriebsgewicht, Bandagenbreite und Fahrgeschwindigkeit zusammen.
Die FHWA erklärt, dass höhere Amplitude tiefer in das Material wirkt, während Frequenz und Geschwindigkeit den Abstand der Impulse bestimmen. Für Asphalt wird statischer Betrieb bei sehr dünnen Decken, hohe Frequenz mit niedriger Amplitude bei mittlerer Dicke und hohe Frequenz mit hoher Amplitude bei dickeren Schichten gezeigt. Die Beispiele erklären den Zusammenhang; Projektvorgabe und Mischgutreaktion bleiben maßgeblich.
Warum gehört die Arbeitsgeschwindigkeit in die Spezifikation?
Die Geschwindigkeit verändert den Abstand der Bandagenimpulse. Bei fester Frequenz vergrößert schnelleres Fahren den Abstand und kann die Gleichmäßigkeit verringern. Zu langsames Fahren kann Abdrücke erzeugen oder ein empfindliches Material überarbeiten.
Fragen Sie nach dem empfohlenen Arbeitsgeschwindigkeitsbereich für die gewählte Frequenz, nicht nur nach der maximalen Fahrgeschwindigkeit. Diese ist meist ein Transportwert und keine Verdichtungsgeschwindigkeit.
Wie ist die aktuelle Nicosail-Reihe einzuordnen?
Der aktuelle Nicosail-Katalog nennt Betriebsgewichte von 1.200 bis 9.000 kg. Die kompakten OKR1T bis OKR3.5T führen 25–32 kN Erregerkraft und 65 Hz Vibrationsfrequenz. Die größeren OKR1500 bis OKR2100 führen 50 kN und zwei Frequenzwerte.
Diese Angaben dienen nur der Vorauswahl. Sie beweisen keine Eignung für einen bestimmten Boden, Asphalt, eine Schichtdicke oder Zieldichte. Vor Veröffentlichung und Angebot muss ein technischer Prüfer Bandagentyp und -breite, Amplitude, Berieselung und Einsatz jedes Modells bestätigen, da diese Felder im Katalogauszug nicht vollständig sind.

Welche Angaben gehören in die Angebotsanfrage?
- Materialklassifikation oder Asphaltmischgut und Projektvorgabe.
- Verdichtete Schichtdicke und erforderliche Arbeitsbreite.
- Abnahme durch Dichte, Steifigkeit oder Probebelastung.
- Feuchtebereich für Boden oder Temperaturfenster für Asphalt.
- Gefälle, Kanten, vibrationssensible Bauwerke und Wendefläche.
- Bandagentyp, Berieselung, Abstreifer, ROPS und Beleuchtung.
- Betriebsgewicht, Breite, Frequenz, Amplitude, Erregerkraft und empfohlene Arbeitsgeschwindigkeit.
Bei unsicherem Material oder Bedingungen ist ein Probefeld anzulegen. Dokumentieren Sie Überfahrten, Vibrationsmodus, Geschwindigkeit, Feuchte oder Temperatur und Prüfergebnisse. Beenden Sie zusätzliche Überfahrten, wenn die freigegebene Methode den Verdichtungsendpunkt anzeigt oder weitere Vibration das Material schädigt.
Vergleichen Sie die aktuelle Nicosail-Straßenwalzenreihe erst nach schriftlicher Festlegung der Projektanforderungen. Endgültige Eignung und Konfiguration müssen im Angebot, in der technischen Akte und im Abnahmeplan bestätigt werden.
Häufig gestellte Fragen
Ist eine schwerere Walze immer besser?
Nein. Energie und Bandagentyp hängen von Material, Schichtdicke und Unterlage ab. Übermäßige Vibration kann Zuschlagstoff schädigen, Körner brechen oder die Dichte nach Erreichen des Endpunkts wieder verringern.
Was ist der Unterschied zwischen Frequenz und Amplitude?
Frequenz beschreibt, wie oft die Bandage schwingt; Amplitude, wie weit sie sich bewegt. Frequenz beeinflusst den Impulsabstand, Amplitude die Wirktiefe.
Kann eine kleine Walze Boden und Asphalt verdichten?
Einige Glattbandagenwalzen können auf mehreren Materialien arbeiten, benötigen aber passende Vibrationsmodi, Wasseranlage und Arbeitsweise. Beide Anwendungen müssen mit Hersteller und Projektvorgabe bestätigt werden.
Quellen
- FHWA, Recommended Field Compaction Equipment for Different Soils.
- FHWA, Asphalt Materials and Paving Mixtures, Lesson 7.
- FHWA, Factors Affecting Intelligent Compaction Measurements.

